Geschichte · seit 1900 · Travemünde

Die Hermannshöhe

Ein Ort hoch über der Ostsee — benannt nach Konsul Hermann Fehling, verwurzelt in über 120 Jahren Travemünder Geschichte.

120 Jahre Hermannshöhe

Die Geschichte

1872 – 1900er
Der Namensgeber & Wegbereiter
Nach der verheerenden Sturmflut von 1872 setzt sich Konsul Hermann Fehling (1847–1907) maßgeblich für den Küstenschutz und den Bau der Travemünder Strandpromenade ein. Fehling liebte den Spaziergang auf das Brodtener Steilufer — ihm zu Ehren erhält die Anhöhe ihren Namen: Hermannshöhe.
1900
Der Grundstein der Gastronomie
Wilhelm Beuthien pachtet das Grundstück von der Hansestadt Lübeck. Er kauft einen Pavillon von der Pferderennbahn auf dem Priwall und eröffnet gemeinsam mit seiner Frau die erste Einkehr auf der Höhe.
1900er – 1930er
Anstrengende Logistik & erste Ausbauten
Da es keine Straßen gibt, müssen Bierkisten und Lebensmittel per Bollerwagen über schmale Trampelpfade hinaufgekarrt werden. Die Eröffnung der Bahnlinie Travemünde–Niendorf (Haltestelle Brodten) verkürzt den Anfahrtsweg deutlich. Eine Treppe hinab zum Strand sowie eine eigene Schiffsanlegestelle für Ausflugsschiffe entstehen.
1935
Generationenwechsel
Nach dem Tod von Wilhelm Beuthien führen seine Nachkommen den Gastronomiebetrieb auf der Hermannshöhe weiter.
1939 – 1945
Die Kriegsjahre
Auf dem Steilufer wird eine schwere 12,5-cm-Flakbatterie stationiert. Die Soldaten zählen zu den Stammgästen des Lokals. Reste der betonierten Bunker und Geschützplattformen sind bis heute in der Umgebung zu entdecken.
1953
Aufbruch & Neubau
Nach der Besatzungszeit und der Währungsreform wächst der Andrang. Die Kinder der Familie Beuthien bauen 1953 die prägenden Terrassengebäude und modernisieren Restaurant und Café gründlich.
1960
Das Zeitalter des Automobils
Fritz und Gerda Köster übernehmen den Kaffeegarten. Durch den Bau einer asphaltierten Straße aus Brodten und eines großen Parkplatzes können nun auch Busse und Autofahrer die Hermannshöhe bequem erreichen.
1975 – 2008
Tradition & stetiges Wachstum
Über drei Jahrzehnte prägen Werner und Ilse Schmidt den Betrieb, erweitern ihn kontinuierlich und etablieren die Hermannshöhe als kulinarisches Ausflugsziel für Jung und Alt.
2009
Der moderne Neuanfang
Hotelier Marcus Fey kauft das in die Jahre gekommene Gebäude von der Stadt Lübeck. Es entsteht ein neues Café- und Restaurantgebäude nach neuesten Standards — ergänzt durch Indoor- und Außenspielplätze sowie einen Souvenirshop.
Heute & Zukunft
Ein Ausflugsziel auf Zeit
Ob Wanderer, Radfahrer oder Ausflügler — die große Sonnenterrasse bietet einen einmaligen Panoramablick über die Lübecker Bucht. Ein versteckter Gedenkstein mit einem Psalm-Zitat erinnert an die ständige Erosion des Steilufers. Doch bis die Hermannshöhe weichen muss, vergehen noch viele Jahre voller unvergesslicher Momente.

„Die Wasserwogen im Meer sind groß und grau und mächtig.
Aber der Herr in der Höhe ist noch größer.“

– Inschrift auf dem Gedenkstein an der Hermannshöhe

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